„4 gewinnt?“ – oder doch ein Warnsignal? - Die Zuverlässsigkeit der Bahn statistisch erfasst und mit Schulnoten versehen
Wer regelmäßig mit der Bahn pendelt, kennt das Problem: Unzuverlässigkeit gehört leider zum Alltag. Als Berufspendler in Rheinland-Pfalz erfasse ich aktuell die Erfolgsquote meiner täglichen Verbindungen. Ergebnis: Zwischen 62 und 64 % kommen wie geplant ans Ziel. Das entspricht einer Schulnote von etwa 4+.
Klingt zunächst wie ein „gerade noch bestanden“. Aus schulischer Sicht vielleicht unkritisch – doch im Berufsleben sieht das anders aus. Wer täglich auf die Bahn angewiesen ist, braucht mehr als Glück im Kartenhaus der Infrastruktur. Eine „4+“ bedeutet: Fast jede zweite Verbindung ist verspätet, fällt aus oder bringt Komplikationen mit sich. Planbarkeit? Fehlanzeige.
Darf ein so zentrales Element der Daseinsvorsorge auf dem Niveau eines Klassenerhalts performen?
Was bedeutet das für Standortentscheidungen, berufliche Mobilität – oder schlichtweg die tägliche Lebensqualität?
Und diese Frage lässt sich ausweiten:
Wie viele unserer Systeme funktionieren gerade noch so – aber nicht gut?
Ob Bildung, Verwaltung oder Gesundheitssystem: Oft regiert die Minimalanforderung. Doch reicht das wirklich?
„4 gewinnt“ war einmal ein Spiel. Im echten Leben brauchen wir bessere Karten.
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